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Einhorn allerorten
Wegen
seines hohen Ansehens gelangten Einhornobjekte in die Naturialienkabinette und Schatzkammern weltlicher und geistlicher Herren, z. B. in die kaiserlichen Sammlungen Wiens, den Domschatz von San Marco in Venedig und
in die Schatzkammer der französischen Könige. Narwalzähne fanden in Museen oder als Anschauungsmaterial für spezielle Zahnbildungen in zoologische Institute3) Eingang. Sehr häufig begegnet man dem Einhorn auch in der Heraldik. Im britischen Staatswappen versinnbildlicht das Einhorn Schottland. Zwölf europäische Städte, darunter Schwäbisch Gmünd, führen das Einhorn im Wappen. Am Tor der “Engelsburg”, des einstigen Zentrums der Humanisten in Erfurt, ist ein Wappen mit einem Einhorn auszumachen. Im Märchen der Brüder Grimm wird das Einhorn vom tapferen Schneiderlein überlistet. Münzen und Briefmarken bilden das Fabeltier ab.
Lang ist auch die Reihe der Einhörner in Grafik und Malerei. Als Beispiele seien genannt: Hieronymus Bosch, Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. (“Das Paradies”) Allessandro Moretto, Arnold Böcklin (“Das Schweigen des Waldes”). Alfred Kubin, Zeichner und Maler zauberischer Gegenwelten, hat sich ebenfalls dem Einhorn genähert (Abb. 6).
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