Monoceros

Monoceros (Mons), Einhorn

Das Sternbild Einhorn liegt unscheinbar zwischen Zwillinge, Orion, Hase, Großem Hund, Achterschiff, Wasserschlange und Kleinem Hund auf dem Himmelsäqator. Es wurde erst im 17. Jahrhundert von Baartsch eingeführt.
Das Sternbild ist im Winter abends im Süden sichtbar. Es enthält nur wenige Sterne, von denen keiner einen besonderen Namen trägt. Es verläuft im Gebiet der Milchstraße.

α Monocerotis liegt fast am südöstlichen Rend des Einhorns. Die scheinbare Helligkeit beträgt 4,m1, Spektraltyp K 0, Entfernung 180 Lj.
β Monocerotis, auch 11 Mon genannt,  ist ein physisches Dreifachsystem. Die scheinbare Helligkeit des Hauptsterns beträgt 4,m7, Spektraltyp B 2. In 7,3” Distanz steht ein Begleiter mit 5,m2 scheinbarer Helligkeit, in 2,8” ein Begleiter mit 5,m6, Entfernung 470 Lj.
δ Monocerotis ist ein sehr enger Doppelstern. Die beiden Komponenten, nur 2,9” entfernt, sind 4,m7 und 8,m0 hell. Der Hauptstern hat den Spektraltyp O7, ein Leuchtgigant, rund 10000 mal heller als die Sonne. Entfernung etwa 3000 Lj.
ε Monocerotis besteht aus zwei Komponenten, 12,7“ entfernt, eine 4,m5 hell, Spektralklasse A6 und die andere 6,m5 hell,  , Entfernung  130 Lj.
ζ Monocerotis ist ebenfalls ein optischer Doppelstern. Der Hauptstern hat eine Helligkeit von 5m, sein Begleiter, 8,m5 hell und 66,4” entfernt. Ein weiterer Begleiter ist 32,0” entfernt.

Interessant die nicht sichtbare Staubwolke um Mon-R2, einer der 12 hellsten im 20 µm-Infrarot (hier orange) sichtbaren Nebel, 10.000mal leuchtkräftiger als die Sonne. Der Staub wird von bei 10 µm (hier grün) hell leuchtenden Sternen erwärmt. Eine Blick in das Innerste einer Sternengeburtsstätte mit genügend Gas, um 10.000 Sterne wie die Sonne zu bilden. Von dieser Wolke geht ein seltsames, schmales Gas-”Filament” aus, nur 20 Lj dick, aber mindestens 100 Lj lang. So, wie es am Himmel zu sehen ist, erstreckt es sich in der einen Richtung bis zum Orion-Nebel, in der anderen hin zu Canis Major OB1 und dem Tauben-Nebel. Sollte es diese Objekte, die alle in ganz unterschiedlichen Entfernungen liegen, tatsächlich verbinden, wäre diese schmale Gasband sogar mehr als 1000 Lj lang.

Mon R2 - nicht mit R Mon (Hubble-Nebel!) verwechseln

In der Nähe davon S- Mon, ein Doppelstern im Konus-Nebel aus einem O7-Hauptstern 6,m5, in 2,9” Abstand ein Begleiter 8,m0.

Monoceros ist reich an offenen Sternhaufen, so auch M 50, ein Sternhaufen mit 100 Einzelsternen zwischen 9m bis 12m, 3800 LJ entfernt; NGC 2215 mit 20 dichtgedrängten Sternen 10m bis 12m, 7000 LJ entfernt; NGC 2353, ein offener Sternhaufen im äußersten Süden, Ausdehnung 20’, scheinbare Größe 5,m8, Entfernung ca. 3200 LJ.

Weitere interessante Veränderliche:
T-Mon, ein pulsierender Kurzzeitveränderlicher F7 - K1 vom Typ
δ-Cephei, 5,m8 bis 6,m8, Periode 27,025 Tage (1960 noch 27,020).
U-Mon, ein Kurzzeitveränderlicher vom RV-Tauri-Typ, 2,7° westlich von
α Mon, eine Riesensonne F8 - K0, halbregelmäßige Veränderungen mit tiefen Minima, von 5,m6 bis 7,m3, mittl. Periode 92,26 Tage.
V-Mon, ein Langzeitveränderlicher vom Mira-Ceti-Typ, 6,m0 bis 13,m7 innerhalb von 334,69 Tagen.
RY-Mon, ein halbregelmäßiger Veränderlicher, C4, 7,m7 bis 9,m2, mittl. Periode 466 Tage.
3-Mon, ein Doppelstern Spektralklasse B8, Hauptstern mit scheinbarer Größe 4,m9, Begleiter im Abstand von 1,8”.