Huenenberg

Das Einhorn in der Gründungsgeschichte der Fasnachtsgesellschaft
“Eiche Zunft Hünenberg”,
erzählt vom
Lokalhistoriker Hr. Klaus Meyer

CH 6331 Hünenberg, Kanton Zug

In Blau auf Dreiberg zwei abgewandte silberne Einhornrümpfe.

Als Lehensträger der Fraumünsterabtei treten in dieser Gegend die Schnabelburger und Hünenberger auf, beide als Stifter oder Wohltäter dem nahen Kloster Frauental zugetan. Erstmals am 20.2.1173 erwähnt, bewohnten die Herren von Hünenberg nachweisbar seit dem 13. Jahrhundert die gleichnamige Stammburg, anfänglich im Lehensverhältnis zu den Freien von
Rüßegg, dann an der Spitze des reußtalischen Adels. Kurz nach 1370 setzte ihr Niedergang ein und gleichzeitig die Veräußerung ihrer Güter und Rechte. Burgstall, Twing und Bann daselbst wußten die Gebrüder Hans, Ullrich und Heinrich Bütler 1414 käuflich an sich zu bringen. Zwei Jahre darauf erfolgte der Einkauf der übrigen Genossen, und dieser Geschlechterverband bildete bis 1495 eine freie Gemeinde, die sich gleich 1416 aus eigenem Entschlusse in das Schirm- und Ausbürgerrecht der Stadt Zug begab. Mit dem Kauf war auch die Übernahme des Wappens der Hünenberger gegeben. Innere Streitigkeiten drängten die Gemeinde unter die Oberhoheit der Stadt Zug, so daß 1495 anstelle der Freiheit die Vogteiherrschaft trat, immerhin mit dem Vorzug, den Vogt aus den Stadtbürgern selbst zu wählen und von der Steuer befreit zu sein. Im gemeindlichen Wappen wurden die Einhornrümpfe später auf einen Dreiberg gesetzt; dies belegt bereits eine städtische Vogteischeibe 1612. Durch die helvetische Freilassungsurkunde vom 17.2.1798 wurde Hünenberg eine selbständige politische Gemeinde.
In der Pfarrkirche von Cham befindet sich am Prospekt der Orgel von 1812 ein Schildpaar, bei dem das Hünenberger Wappen von einem gelben Balken nach der Art des heraldischen Regenbogens geteilt ist; oben in Blau das Brustbild eines Schwanes in frontaler Stellung, unten in Blau die beiden Einhörner über dem Dreiberg. Solange hatte sich die Erinnerung an jenen Schwan erhalten, der dem Dienstadel von Hünenberg einst als Helmzier diente, der auch in das Wappen der gemeinde Merenschwand, eines alten hünenbergischen Besitzes, als ganzes Tier übergegangen ist.

Auch die Gemeinde
Mettmenstetten führt die Einhörner der Hünenberger im Wappen.