Kaisersdorf

A 7342 Kaisersdorf, Bezirk Oberpullendorf, Burgenland

Wappenbeschreibung:

Über rotem, mit drei goldenen Kugeln belegten Schildfuß in Gold ein rotes, nach links gewendetes silbern bewehrtes Einhorn. Das Einhorn symbolisiert das Wappentier der Gründerfamilie Czászár. Die drei goldenen Kugeln (auch Münzen oder Ringe) stehen für den Kirchenpatron, den Hl. Nikolaus aus Smyrna/Türkei. (Eine Figur des Hl. Nikolaus steht in der Mittelnische des Nikolaus-Altars von 1747 der Pfarrkirche Hl. Nikolaus, die 1644 auf einem älteren Mauerwerk gebaut wurde)“ Wappenverleihung am 24.9.1995 zum 425-jährigen Jubiläum von Kaisersdorf.

Geschichte:

Der ungarische Grundherr Nikolaus Czászár (Kaiser) siedelte 1558 oder 1563 Kroaten aus Slawonien oder der Krajina in Czaszarfalwa, heute Kaisersdorf, im Komitat Sopron (Ödenburg) an. Die Herrschaft Landsee mit dem Ort und der Burg Landsee (die Landseer waren Ministeriale der Grafen von Pitten und vermutlich eine Nebenlinie der steirischen Stubenberger; bereits vor 1222 gelangte die Burg in den Besitz der ungarischen Krone und bildete nun den westlichen Vorposten des Komitates Lutzmannsburg) erhielt er 1562 von seinem Onkel mütterlicherseits, dem Erzbischof von Esztergom (Gran) Nikolaus Olàh und baute die Burg zu einer mächtigen Festungsanlage aus. In dieser Urkunde, einem Steuerverzeichnis des Komitates Sopron aus dem Jahr 1570, wird der Ort als „noviter plantata“ (neu errichtet) erwähnt. 1640 wurde der Ort erstmalig in deutscher Sprache als „Kayzersdorff“ erwähnt. Der kroatische Name „Kalištrof“ dürfte eine Umlautung oder Umformung der deutschen Bezeichnung aus dieser Zeit sein. Kaisersdorf bildet zusammen mit Weingraben noch heute eine kroatische Sprachinsel im westlichen Teil des Bezirkes Oberpullendorf. Die Pfarrei Kaisersdorf wurde im 16. Jh. gegründet und umfasste auch die Orte Landsee und Weingraben. 1612 gelangte die Herrschaft Landsee durch die Heirat der Enkelin von Czászár, Ursula Dersffy, mit Nikolaus Esterházy, an dieses bekannte ungarische Magnatengeschlecht. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war die Einwohnerzahl von Kaisersdorf auf rund 1100 gewachsen, was der damaligen Agrargemeinde den Status einer "Großgemeinde" einbrachte, der bis 1938 auf dem Gemeindesiegel vermerkt war. 1971 wurden Kaisersdorf und Weingraben zur Großgemeinde Kaiserdorf vereinigt. 1991 wurde Weingraben durch die Gemeindetrennung wieder selbständig. Das Einhorn ist seit der Wappenverleihung 1995 (1570-1995) im neuen Gemeindesiegel und auf den Briefköpfen des Gemeindeamtes aufgedruckt. Auch an den Fassaden von Amtshaus und Feuerwehrhaus sind große keramische Wappen mit dem Einhorn als Wappentier angebracht.

Kaisersdorf, im Tal des Außeraubaches am Südhang des Landseer Gebirges gelegen, ist ein Schmalangerdorf in geschlossener Verbauung, vor allem mit Streckhöfen, aber auch einigen Zwerchhöfen.


Herzlichen Dank an Hr. Helmut Grubich für diese Informationen.