U 763

U 763 wurde als einer von 27 Nachbauten des U-Boot-Typs VII C in der Kriegsmarienewerft Wilhelmshaven am 13.3.1943 in Dienst gestellt.
Es gehörte
vom 13.3.1943 bis 31.10.1943 der 8. Unterseebootsflottille Königsberg / Danzig (Ausbildungsflottille),
vom 1.11.1943 bis 30.9.1944 der 3. Unterseebootsflottille Kiel / La Pallice / La Rochelle (Frontflottille)
vom 1.10.1944 bis 31.10.1944 der 33. Unterseebootsflottille Flensburg, auch Ostasien (Penang, Djakarta) (Frontflottille) und
vom 1.11.1944 bis 29.1.1945 der 24. Unterseebootsflottille Danzig /Memel / Trondheim / Memel / Gotenhafen / Eckernförde (Ausbildungsflottille) an.

Die technischen Daten:
Länge: 67,1m, 50,5 m (Tauchkörper)
Breite: 6,2 m, 4,7 m (Tauchkörper)

Tiefgang: 4,7 m
Höhe incl. Turm: 9,5 m
Wasserverdrängung: 769 ts., getaucht 871 ts.
Tauchtiefe: ca. 220 m
Höchstgeschwindigkeit: 16,7 kn. = ca. 33 kmh, getaucht: 7,6 kn. = ca. 14 kmh
Antrieb:
2 Dieselmotoren, zusammen 3200 PS (über Wasser)
2 Elektromotoren, zusammen 750 PS (getaucht).
Reichweite: 6500 Seemeilen = ca. 12000 km, 80 Seemeilen = ca. 150 km getaucht (ohne Schnorchel).
Bewaffnung des U-Boot-Typs VII C:
1 Kanone Kal. 8,8 cm
1 Fla 3,76 cm (Bofors)
1 Vierlingsflak 2 cm
2 Flak-Doppellafetten 2 cm
4 Bug-Torpedorohre 53,3 cm
1 Heck-Torpedorohre 53,3 cm
14 Torpedos, 26 Minen
Bereits vor der ersten Feindfahrt wurde bei U 763 das 8,8 cm Geschütz und das
2 cm Flakgeschütz durch durch zwei 2 cm Doppellafetten und ein 2 cm Vierlingsgeschütz
ersetzt. In La Pallice wurde das Vierlingsgeschütz durch ein 3,7 cm Flakgeschütz
ausgetauscht.
Kommandierende:
13.3.1943 - 31.10.1944: Kapitänleutnant Ernst Cordes
stellvertr. Kommandant Aug. 1944 - Okt. 1944: Oberleutnant z. S. Kurt Braun
1.11.1944 - 24.1.1944: Oberleutnant z. S. Karl-Heinz Schröter
1. Feindfahrt 14.12.1943 - 7.2.1944 (Kiel - La Pallice) als Wetterboot, Operationsgebiet: Nordatlantik / Nordkanal, 4.2.1944: Abschuß eines Liberatorbombers (‘F’/53 Squadron), 5.2.1944: Abschuß einer Halifax (‘R’/502 Squadron)
2. Feindfahrt: 19.3.1944 - 27.3.1944 (La Pallice - La Pallice), Operationsgebiet: Äußere Biskaya
27.3.1944 - 10.6.1944: Schnorcheleinbauim Bunker La Pallice
3. Feindfahrt: 10.6.1944 - 15.7.1944 (La Pallice - Brest), Operationsgebiet: Biskaya / Kanal / Portsmouth, 5.7.1944: Versenkung des 1499 BRT großen norwegischen Dampfers “Ringen”, anschließend 30 Std. unter Wasser ohne Frischluftzufuhrund unter 364  Detonationen vonWasserbomben, dabei Abdrift in die Nähe des Hafens Portsmouth (7.7.1944 - 9.7.1943)
4. Feindfahrt: 9.8.1944 - 14.8.1944 (Brest  - La Pallice), Operationsgebiet: Französische Atlantikküste, Verlegungsfahrt
5. Feindfahrt: 23.8.1944 - 25.9.1999  (La Pallice - Bergen-Marineholm), 24.9.1944: Bombardierung und schere Beschädigung durch einen Liberatorbomber (‘B’/224 Squadron) vor der Insel Alden (Norwegen), 6.10.1944 - 11.10.1944 (Bergen - Flensburg), Überführungsfahrt, anschließend frontuntauglich in Königsberg
Am 24.1.1945 wurde U 673 von russischen Fliegerbomben in der Werft zerstört und anschließend von der Besatzung gesprengt.
 

Die Stadt Bludenz hatte die Patenschaft für U 763 ‘Bludenz I’ bis zum Umstieg der Besatzung auf
U 1195 ‘Bludenz II’ am 1.11.1944. Das Bludenzer Stadtwappen wurde mehrfach präsentiert:

Zwei nach unten abgerundete Wappenschilde (schwarzes Einhorn auf weißem Grund) auf der Vorderseite des Turmes,
Als 5 cm langes Mützenabzeichen zeigte sich das Einhorn mit der zinnenbewehrten Mauerkrone auf einem unten spitz zulaufenden Stoffschild.
Als kleines Wappenschild im Offiziersraum.
Als Abbildung im Gästebuch.

Andere Bezeichnungen für U 763 waren “U - Zack - Zack” nach einem Eintrag des Kommandanten Ernst Cordes im Logbuch des Segelschulschiffes “Gorch Fock” während seiner Ausbildung, “U Cordes”, “U Braun”, “U Schröter” nach den Namen der Kommandierenden und Jahrzehnte später als Boot “Blue Dance” durch eine Verballhornung von Bludenz durch einen britischen Dolmetscher.

Mit freundlicher Genehmigung und Hinweisen des Autors von:
Franz J. Fröwis - “Mit dem Einhorn gegen Engelland ...”
(zu beziehen über den Autor)