Andreas Reimann

Traditionell besuchten wir den Schwabinger Weihnachtsmarkt (München) und fanden zu unserer Überaschung ein wundervolles Einhorn - blau und wie mit Sternenstaub bedeckt. Herr Reimann zeigte sich sehr interessiert an Geschichten über das Einhorn und im Gegenzug erfuhren wir viel über die Raku-Technik.
                                                                                   FFB., Jan. 2001, Angel

Andreas Reimann, geb. 1960 in Erlangen
1984-1987 Ausbildung zum Keramiker
1988-1994 Arbeit in verschiedenen Keramikwerkstätten
                    Erlernen und Weiterentwicklung der Raku-Brenntechnik
seit Aug. 1994 freiberuflicher Keramiker
Jan. 1998  Beginn der keramischen Arbeit in Neuseeland

Einhorn 2000
Andreas Reimann
Raku-Technik

Einhorn 2002
Andreas Reimann
Raku-Technik

Raku ist Irdenware, gebrannt bei ca. 1000°C. Die Stücke werden bei dieser Temperatur dem Ofen entnommen und zur Nachreduktion in Laub oder Sägemehl gelegt. Durch langjährige Erfahrung ist es möglich, die Glasureffekte etwas zu steuern. Die Raku-Technik ist in japan seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. bekannt. Sie wurde stark beeinflußt vom Zen-Buddhismus und der japanischen Teezeremonie.

Das japanische Wort Raku (wörtlich übersetzt: “Lustiges Brennen”) bedeutet Ruhe, Muße, freie zeit, Wohlbefinden, Glückseligkeit. Mit Raku-Keramik verbanden die Japander Meditation, ein nach innen Gehen und Freude am Dasein. Raku-Keramiken waren von größter Schlichtheit, Unaufdringlichkeit und Natürlichkeit.
Modernes Raku, von dem Amerikaner Paul Soeldner begonnen, ist farbiger und expressiver geworden. Raku-Brände wurden teilweise zu Happenings, Ereignissen, an denen mehr Menschen Anteil haben konnten. Für mich ist Raku als eine der vielfältigsten Keramiktechniken deshalb so interessant, weil es unerschöpflich ist. Mit jedem Brand kann ich lernen und verändern und so vielem, was in mir ist, immer neuen Ausdruck verleihen.
                                                                                        Andreas Reimann

Das Einhorn

Weiß wie Schnee
vor Kraft strotzend
mit gespannten Muskeln
und fliegender Mähne
den Kopf hoch erhoben
das spitze Horn gefährlich nach vorn gerichtet
mit den Hufen extra lauf trampelnd
blinkende Zähne im geöffneten Maul
nervös wiehernd und schnaubend
die Augen weit aufgerissen
die Ohren steil gespitzt
mit dampfenden Körper
galoppiert es aus dem wabernden Nebel
hält abrupt an
wendet den Kopf -
und wieder hat keiner gekuckt.

                                                  Andreas Reimann

Seine neuen Einhörner

Ein Einhorn unter seinen Aliens