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Stellt das Einhorn in der Barlaam-Parabel den Tod dar, so tritt es in Darstellungen der Schöpfung, des
irdischen Paradieses und in Arche-Noah-Szenen als repräsentativer Vertreter der (guten) Tiere auf. Eine Darstellung des Einhorns im Paradies, die mich besonders anspricht, ist auf dem Aquarell des
Prediger-Totentanzes in Basel, datiert 1806, des Malers Johann Rudolf Feyerabend (1779 - 1814) zu finden, das wohl letzte authentische Zeugnis vor der Zerstörung in Jahre 1805. “Der Tod von Basel”, ein
Wandgemälde von 58 m Länge, befand sich auf der Innenseite der Mauer, die den Laien-Gottesacker des 1233 gegründeten Dominikanerklosters gegen die St. Johanns-Vorstadt abgrenzte. Es soll um 1440 zur Zeit des großen
Basler Konzils (1431 - 1449) und unter dem Eindruck der verheerenden Pestepidemie von 1439 entstanden sein. Die Darstellung des Sündenfalles mit Adam und Eva und die sie umgebenden Tiere beschloß die ursprünglich 37
oder 38 Totentanz-Paare. Das Einhorn, als Symbol der Keuschheit präfiguriert die Jungfrau Maria, während der Löwe als Sinnbild Christi erscheint und damit auf die Erlösung der sündigen Menschen hinweist. Erhaltene
Fragmente des Basler Totentanzes befinden sich im Historischen Museum Basel. Leider ist die Paradiesszene nicht erhalten geblieben.
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