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Holzschnitt auf der Titelseite einer Flugschrift mit ‘Ein Schöner Bergkreyen, von einem Einhorn”, auch auf einem Druck von Ulrich
Pinder Nürnberg 1505
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Ein Schöner Bergkreyen, von einem Einhorn. Ich sahe
mir den Mayen mit roten Rößlein umbher stan. etc. ICh sahe mir den Mayen mit ro- ten Rößlein umbher stan, darzu mit
manchem hermlein die sinde klar, wie das die rotten Rößlein sol- len stan, die kleinen Waldtuögelein die haben sich auffgehan. Ich hört mir die liebste(n) fraw
Nach- tigal gesang, sie sang so wol das inn dem Waldt erklang, wol zwischen zweiyen bergen vnd eim Tieffen thall, hört ich mir erklingen, vil manchen edlen
schal. Der Jeger der nam des klanges eben war, er jagte den Einhorn gantz lieb- lich und offenbar, der Einhorn west sich Edel er west sich gantz hochgebo- ren,
Gott hat jn selber außerkoren. Der Einhorn west sich Edel er west sich weiß, er hielt sich eben auff einem schmalen steig, wie das jn kein Man auff erden solte
fahen , er wer dann zumal ein seuberliches Junckfrewlein. Nun höret wunder ding vnnd die sindt groß , vor freuden schwang sich der selbig Einhorn , Maria der
junck- fraw wol innd ie schoß , ir freud vnnd die ward groß.
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Der Einhorn warff sich zu rück , wol in den grünen Wald , sein gewerb das ist manig tausentfalt , Sein kün- heit die kan niemandt außglosieren, sein weißheit ist aller welt ein
zile. Da war er recht als ein Lemmelein, wol in der keuschen Junckfraw leibe rein, vnd gebar sich Maria zu weyh- nachten inn kalterzeit , es hette
ge- schneid. Wer vns dieser Einhorn nicht ge- bortn, so werden wir arme sünder gar verlorn , so empfahen wir jhn so gar vnwirdigklich , Gott helff vns
allen in seines Vaters reich , Got helff vns allen zu gleich. Wölt jr wissen wer diser Einhorn ist, es ist unser lieber Herr Jesu Christ, von dem man hört
singen vnnd lesen in der Schrifft , der für vns an dem heiligen Creutze gestorben ist, sein na- me der heist Jesu Christ
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Bergreihen 16. Jahrhundert Gedruckt zu Nürnberg durch Friedrich Gutknecht
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Konrad von Würzburg, “Goldene Schmiede”
... du
vienge an eim gejegede des himels einhürne der ward in daz gedürne dirre wilden werlt gejaget und suochte, keiserlîchiu maget, in dîner schôz vil senftez leger. ich meine dô der
himeljeger, dem unterstân diu rîche sint, jagte sîn einbornez kint ûf erden nach gewinne. dô in diu wâre minne treip her nider balde ze maneger sünden walde, dô nam ez, vrouwe, sîne
vluht zuo dir, vil saelden rîche vruht, unt sluof in dînen buosen, der âne mannes gruosen ist lûter unde liehtgevar. Crist Jêsus, den dîn lîp gebar, der leite sich in dîne schôz, dô
des vater minne grôz in jagete zuo der erden. er suochte dine werden kiusche lûter unde glanz. dîn reinu staete unmazen ganz bôt im ze vröuden volleist. ...
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Konrad von Würzburg, “Goldene
Schmiede” in Simrocks Bearbeitung
... Du hast gefangen, wie man sagt, Das Einhorn aus des Himmels Saal, Das in das dornenvolle Thal Ward der wilden Welt gejagt Und
suchte, kaiserliche Magd, Dir im Schoße sanfte Lagerstatt. Als der Himmelsjäger hat, Dem unterthan die Reiche sind, Gejagt sein eingebornes Kind Herab uns zum Gewinne; Als ihn die wahre
Minne Trieb von des Himmels Halde Zu mancher Sünden Walde, Da nehm er, Herrin, seine Flucht Zu dir, viel heilesreiche Frucht Und schloff in deinem Busen ein, Der ohne Mannes Anhauch
rein Und lauter ist und licht und klar. Christ Jesus, den dein Leib gebar, Der legte sich in deinen Schoß, Als des Vaters Minne war so groß, Daß er zur Erd in jagte Zu dir, wo ihm
behagte Laut’re Keuschheit tadellos. Deine Reinheit stets unmaßen groß Verhieß ihm Freuden allermeist. ...
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