Maria

Maria (aramäisch: die Beleibte, die Schöne, die Bittere, die von Gott Geliebte)

Mutter Jesu

* um 18 v. Chr. (?)

+ in Ephesus (?), das heutige Ruinenfeld bei Selçuk

Neben den biblischen Quellen wurde das Leben von Maria vor allem durch die apokryphen Evangelien, insbesondere das Jakobus-Evangelium, überliefert.

Joachim und Anna blieben bis ins hohe Alter kinderlos. Der Hohepriester wies Joachims Altaropfer zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, wo ihm ein Engel verkündete, dass er seiner Frau an der Goldenen Pforte begegnen solle. Als  Anna traurig zusah, wie Vögel in einem Nest ihre Jungen fütterten, erschien ihr ein Engel, der ihr trotz ihres Alters ein Kind verhieß. Maria wurde geboren. Ihre Mutter unterwies sie liebevoll. Dem Tempeldienst gewidmet, schritt sie im Alter von drei Jahren ohne Hilfe die Treppen empor, wo sie der Hohepriester und die Tempelfrauen empfing. Dies ging als Mariä Tempelgang in die Überlieferung ein.

12 Auserwählte der 12 Stämme Israels brachten ihre Stäbe zum Orakel in den Tempel. Nur der Stab des alten Joseph aus dem Geschlecht Davids erblühte; eine Taube setzte sich darauf. Maria, die Jungfrau, wurde ihm angetraut (die Verlobung, lat. Sposalizio).

Im Neuen Testament ist die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria mit der Begrüßung "Ave Maria" (Lk 1, 26 - 38) bezeugt. Maria wurde mit Jesus schwanger. Die Bibel stellt dies als ein wunderbares Ereignis Gottes dar und macht damit  die besondere Bedeutung Jesu erkennbar. Joseph wies der Engel an, die schwangere Maria nicht zu verlassen (bezeichnet als die Rechtfertigung).

Elisabeth, die Mutter Johannes' des Täufers war eine Cousine Marias . Die Begegnung von Maria und Elisabeth wird als Heimsuchung bezeichnet (Lk 1, 39 - 56).

Joseph und Maria wurde das Jesuskind auf dem Weg nach Bethlehem geboren. Die Geburt, die Verkündigung der Engel an die Hirten und deren Anbetung des Christkinds ist Thema der Weihnachtsgeschichte (Lk 2, 1 - 20).

Matthäus überliefert die Verehrung der heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, ihre Begegnung mit Herodes, dessen Befehl zum Kindermord, den Traum der Könige und den Traum Josephs, der die Flucht nach Ägypten auslöst, um Jesus vor den Häschern Herodes zu schützen (Mt 2).

Eine Reihe apokrypher Legenden umrahmen diese Flucht : ein aufwachsendes Ährenfeld verbarg die Flüchtenden; ein Palmbaum neigte sich ehrerbietig; Götzenbilder stürzten um; Räuber bekehrten sich; aus Ton geformte Vögel, mit denen das Jesuskind spielte, wurden lebendig; Maria strickte einen Rock, der mit dem größer werdenen Jesus stets mitwuchs.

Die Namensgebung und Beschneidung Jesu erfolgte acht Tage nach der Geburt (Lk 2, 21). Die Darbringung im Tempel und das jüdische Reinigungsopfer der Mutter (Lk 2, 22- 40) wird ausführlich als Lichterfest in der Legenda Aurea geschildert (daher auch die Bezeichnung Mariä Lichtmeß).

Als Zwölfjähriger diskutiert Jesus mit den Schriftgelehrten im Tempel (Lk 2, 41 - 52). Vom Ziehvater Joseph wird weiter nichts mehr berichtet. Dagegen ist Maria auch im späteren Leben Jesu am Rande gegenwärtig. Maria mit dem Kind wird vom 12. Jahrhundert an als "Madonna" und auch als sogenannte “Mondliebe-Madonna” verehrt: die vom Drachen verfolgte Frau, die das Kind zur Welt bringt, das Michael rettete, und die "von der Sonne bekleidet, von Sternen bekrönt auf dem Monde steht" nach Themen aus der Apokalypse (Offb 12, 1 ff).

Nach dem Tod Jesu ging Maria mit Johannes, dem "Lieblingsjünger" Jesu, nach Ephesus. Dort, nach einer anderen Überlieferung in Jerusalem, soll sie nach ihrem Tod begraben worden sein. Der Tod Marias nimmt in den Legenden großen Raum ein: Ein Engel mit leuchtendem Palmzweig erschien Maria am Berg Sionoder in Ephesus und verkündete ihr den nahenden Tod. Sie bat, dass die Apostel kommen sollten. Einem innerlichen Rufe gefolgt kamen sie von Wolken herbeigetragen an das Lager der Sterbenden. Christus selbst nahm die Seele der Entschlafenen auf. Der Hohenpriesters, der den Leichnam vernichten und mit Bewaffneten verhindern wollte, dass er in das Tal Josaphat gebracht wird, blieb mit seinen Händen an der Bahre erstarrt kleben, bis Petrus ihn heilend löste und bekehrte. Orthodoxe Kirchen tragen den Tod Marias als Namen (byzantinisch "Koimesis").

Vom 13. Jahrhundert an wurde aus der Aufnahme Marias in den Himmel die immer großartiger und festlicher dargestellte Marienkrönung. . 1216 schrieb Cäsarius von Heisterbach die Legende nieder, nach der sich unter den Blicken der Apostel Marias Leichnam von Engeln unterstützt in strahlender Lichtaura zum Himmel empor schwang, doch sind ältere Vorstellungen in einem Hymnus des 2. Jahrhunderts vorhanden, der Maria schon als Braut Christi und "Ecclesia" (= Kirche) bezeichnet. Der zu spät gekommene Apostel Thomas zweifelte. Er erhielt Marias Gürtel zur Bestätigung. Marias Kleider aber blieben im Sarkophag zurück. In Trier, Aachen, Prato und anderen Orten gehören sie zu den noch heute gezeigten Reliquien. Andere Legenden erzählen, dass die Jünger das Grab der Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Deshalb wird in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt eine Kräuterweihe vorgenommen: aus sieben verschiedenen Kräutern - die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens - werden Sträuße gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht.

Bedeutung:

Maria gilt als Vorbild des Glaubens und als "Mutter" der katholischen Kirche.

Die katholischen Kirche traf über Maria im Laufe der Kirchengeschichte dogmatische Aussagen:

     Maria ist die wahre Gottesmutter;
     sie hat Jesus jungfräulich durch den Heiligen Geist empfangen;
     sie ist auch bei und nach der Geburt Jungfrau geblieben;
     Maria blieb in ihrem Leben ohne Sünde;
     auch sie selbst wurde empfangen, ohne in die Erbsünde verstrickt zu sein;
     sie ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden.

Im 2. oder 3. Jahrhundert beruhte die Jungfräulichkeit Marias in der Auffassung, nicht Joseph, sondern Gott selbst sei durch den Heiligen Geist der wahre Vater Jesu (Lk 1, 35). Der im 4. Jahrhundert im Osten aufkommende Marienkult verehrte Maria als Gottesgebärerin und auch aufgrund ihrer unbefleckten Empfängnis. Dies kommt in den 373 bis 374 entstandenen Taufbekenntnissen Zyperns, Syriens, Palästinas und Armeniens zum Ausdruck, wo von "immerwährender Jungfräulichkeit", "aieiparthenos", gesprochen wird. Auch der Islam verehrt die sündenfreie Jungfrau Marjam. Als Folge des Streites, ob Jesus göttlicher oder menschlicher Natur sei, wurde Maria im 4. Jahrhundert in theologischen Schriften als "theotokos", Gottesgebärerin", bezeichnet. Der syrische Mönch Nestorius, gestorben um 451, hielt daran fest, dass Maria zwar Jesu, nicht aber die Mutter Gottes sei. Das Konzil von Ephesus verurteilte 431 die nestorianische Auffassung und bestätigte den Titel, der seitdem sowohl in der orthodoxen wie in der römisch-katholischen Kirche verwendet wird.
Das 3. Konzil von Konstantinopel verlieh 680 Maria den Titel der "heiligen unbefleckten Jungfrau". Obwohl im Neuen Testament Geschwister von Jesu erwähnt werden (z.B. Mk 6, 3), sollen damit Jesu Jünger oder Kinder aus einer früheren Ehe Josephs gemeint sein.

Verehrung:

Die katholische und die othodoxe Kirche führte vom 4. bis 7. Jahrhundert mehrere Marienfeste ein. Besonders verehrungswürdig war die wundersame Empfängnis und die im apokryphen Johannes-Evangelium beschriebene Geburt Marias am 8. September, die Verkündigung am 25. März und Marias Tod und ihre Himmelfahrt am 15..

Im 3. bis 5. Jahrhundert wurde als Gegenreaktion auf den Arianismus die göttliche Natur Jesu besonders herausgestellt. Byzantinische Kunstwerke zeigen Christus als "Pantokrator", als den "universellen und allmächtigen Herrscher”, während Maria mehr als Fürsprecherin der Menschen in Not dargestellt wurde. Zu dieser Zeit entstand auch der Rosenkranz mit 150 zu betenden Ave-Maria (später zusätzlich 15 Vaterunser), der Angelus, sowie verschiedene Litaneien und Anrufungen, mit denen Maria metaphorisch als mystische Rose und Turm Davids verehrt wurde.

Auf älteste Vorstellungen des germanischen "Mantelschutzes" geht die schon vom 13. Jahrhundert an häufig auftretende "Schutzmantelmaria" zurück. Ein griechisches Gebet wurde von Karl dem Großen aufgenommen: "Unter deinen Schutz, heilige Gottesgebärerin, flüchten wir unsere Gebete". In den von Cäsarius von Heisterbach 1219 verfassten "Miraculi" (= Geheimnisse) ist die Bitte um diesen Schutz mit zahlreichen Erzählungen gewährter Hilfe verbunden. Das Gebet, das Maria auch als hilfreiche Beisitzerin beim Jüngsten Gericht kennt, macht sie zur Fürbitterin und "Mutter des Erbarmens", wie auch in der Vision des Dominikus: Er sah Christus in der Luft schweben, der mit drei Lanzen die Welt, die voller Laster (Hoffart, Unkeuschheit und Habgier) ist verderben wollte; Maria eilte ihm entgegen und bat für die Menschen.

Im Mittelalter entwickelte sich auch die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis. Der schottische Theologe Duns Scotus und mit ihm die Franziskaner vertraten die Ansicht, dass Maria nicht mit Erbsünde behaftet sei.


Die wichtigsten Marienwallfahrtsstätten:
Die Schwarze Madonna, Montserrat, Spanien (12. Jahrhundert).
Die Ikone der Jungfrau, Czestochowa, Polen (14. Jahrhundert).
Das Bild "Unserer Jungfrau von Guadalupe", Mexico City, Mexico (1531).
Erscheinung in der Kapelle des Seminar der Vinzentinerinnen (“Wundertätige Medaille”), Paris (1830).
Erscheinung in der Felsengrotte (Bernadette Soubirous), Lourdes, Frankreich (1858).
Erscheinung am Giebel der Dorfkirche, Knock, Irland (1879)
Erscheinung bei der Steineiche(Lucia, Francisco und Jacinta), Fatima, (1917).

Die zahlreichen "Schwarzen Madonnen" sind meist tatsächlich als schwarze Figuren entstanden (Hld 1, 5: "Ich bin schwarz, aber schön"). Denkbar ist auch eine Adaption von schwarzen Göttinnen antiker Kulten.


Patronin der katholischen Kirche und der katholischen Christenheit; von Bayern und Lausanne; der Gastwirte, Köche, Kürschner, Tuchmacher, Töpfer, Schiffer, Lebkuchenbäcker, Seidenarbeiter, Essigbrauer; gegen Gewitter und Blitz; in allen Nöten.

Am 2. Februar Patronin der Bandwirker, Essigbrauer, Wachs- und Lichterzieher
Am 25. März Patronin der Bäcker, Brettschneider, Garköche, Metzger, Weber, Postboten und Zeitungsausträger
Am 1. Mai Patronin von Bayern
Am 5. August Patronin der Färber, Spitzenmacher und Stickerinnen
Am 15. August Patronin der Färber, Gerber, Sattler und Kinder; in jeglicher Not
Am 24. September Patronin von Barcelona
Am 8. Dezember Patronin der Tuchscherer, Böttcher und Tapezierer

Bauernregeln:
2. Februar:
"Ist's zu Lichtmess mild und rein / wird’s ein langer Winter sein."
"Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, / ist der Frühling nicht mehr weit;
ist es aber klar und hell, / kommt der Lenz wohl nicht so schnell."
25. März:
Früher begann mit diesem Datum ein neues bürgerliches Arbeitsjahr.
"An Mariä Verkündigung / kommen die Schwalben wiederum."
"Wenn der Sonnenaufgang an Mariä Verkündigung ist hell und klar, / so gibt es ein gutes Jahr."
"Ist Maria schön und hell, / kommt viel Obst auf alle Fäll."
"Schöner Verkündigungsmorgen / befreit von vielen Sorgen."
"Ist Marien schön und klar / naht die ganze Schwalbenschar."
"Wie Maria fortgegangen / wird Magdalena sie empfangen."
31. Mai:
Zur Abwehr von Blitzeinschlägen wurden früher an Mariä Heimsuchung Haselzweige an die Fenster gehängt.
"Regnet's am Marientage / gibt's zwei Wochen Regenplage!"
5. August:
"Heut' sollt' es keinen Regen geben,/denn wir wollen gutes Korn zum Leben."
"Regen an Maria Schnee,/tut den Kornähren viel weh."
15. August:
Kräutersträuße werden dann auf dem Dachboden aufgehängt und sollen gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen, oft werden zerriebene Blätter davon kranken Tieren ins Futter gemischt.
"Zu Mariä Himmelfahrt, das wisse,/gibt's die ersten guten Nüsse!"
"Mariä Himmelfahrt Sonnenschein,/bringt meistens uns viel guten Wein."
8. September:
"Mariä Geburt/jagt alle Schwalben furt."
"Wie sich's Wetter an Mariä Geburt verhält,/so ist's noch weiter vier Wochen bestellt."
12. September:
Früher hatten die Armen an diesem Tag das Recht, auf den Feldern liegen gebliebenes Korn zu sammeln.
"An Mariä Namen/sagt der Sommer Amen."
21. November:
Die Witterung an diesem Tag verkündet den Charakter des kommenden Winters: er wird trocken oder nass, je nach diesem Tag.
"Mariä Opferung klar und hell/naht ein strenger Winter schnell."
"Ist Mariä Opfer' das Wetter schön bestellt,/so dass die Biene Ausflug hält,
dann ist das nächste Jahr fürwahr,/ein böses, teures Hungerjahr."
8. Dezember:
Früher sollten die Frauen an diesem Tag die Frauen nicht arbeiten; gleichwohl war er nach alter Sitte der Tag des Beginns der weihnachtlichen Bäckereien.


Gedenktage:

Während des 2. Vatikanischen Konzils wurden diese Marienfeste bestätigt oder festgelegt:

1. Januar (kath. als Hochfest "Tag der Namensgebung des Herrn”, orth. als  Tag der Beschneidung des Herrn, evang. als Tag der Namensgebung des Herrn), der 8. Tag nach dem Weihnachtsfest, katholisches Hochfest der Gottesmutter Maria.

23. Januar (kath.), Maria Sposalizio (Desponsata), Mariä Verlobung (mit Joseph).

2. Februar (kath., orth., evang.), Mariä Lichtmess, (das Fest der Darstellung des Herrn, 40 Tage nach Weihnachten als Abschluss der weihnachtlichen Feste).
 
11. Februar (kath.), "Gedenktag unserer Lieben Frau von Lourdes", (im 2. Vatikanischen Konzil umbenanntes Fest der Erscheinung Mariens in Lourdes), 1908 zum 50-jährigen Jubiläum der Erscheinung 1858 und der feierlichen Verkündigung der neuen katholischen Lehre von der unbefleckten Empfängnis Mariens 1854 ausgerufen.

25. März (kath., orth., evang.), Annunziata( lat. Festtagsbezeichnung Annunziatio = Verkündigung)
, Verkündigung des Herrn, auch Nunti oder Ancilla genannt,  neun Monate vor Weihnachten, an dem der Engelsbote Gabriel Maria mit dem "Englischen Gruß" die Geburt Jesu ankündigte, die der Legende nach gerade das purpurne Garn für den Tempelvorhang spann oder auch Wasser aus einem Brunnen schöpfte. Das Fest wurde schon Mitte des 6. Jahrhunderts in Konstantinopel gefeiert, im 7. Jahrhundert wurde das Fest auch in Rom eingeführt und auf den damaligen Frauentag gelegt; dieser Tag galt damals auch als Frühlingsbeginn. Den Rang eines Hochfestes der katholischen Kirche nimmt der Tag erst seit der Liturgiereform von 1969 ein.

26. April (kath.), Consuleo, Unsere Liebe Frau vom Guten Rat", seit dem 17. Jahrhundert in Genazzano in Italien gefeiert, dann von Papst Leo XIII. Ende des 19. Jh. allgemein eingeführt.

1. Mai (kath., nichtkanonisches Marienfest), an manchen Orten als “Maria Königin”, Das Hochfest Maria - Schutzpatronin Bayerns wird regional in den bayerischen Diözesen der katholischen Kirche gefeiert. Herzog Maximilian I. von Bayern verlieh 1616 für Maria den Titel "Patrona Bavariae" und führte den 14. Mai als Festtag für das Königreich Bayern ein. Durch die nachvatikanische Neuordnung der Diözesankalender wurde er auf den 1. Mai vorverlegt. In der Barockzeit wurde ein ganzer Monat der Gottesmutter Maria geweiht. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich der Monat Mai als Maiandachts-Monat durch.

24. Mai (kath.), Auxilium, Maria, Hilfe der Christen, auch "Schutzmantelfest", wurde von Papst Pius VII. eingeführt, als er nach dem Sieg über Napoleon am 24. Mai 1814 nach Rom zurückkehren konnte.

9. Juni (kath., in England 15. Mai, nichtkanonisches Fest), Gratia Maria, Maria, Mutter der Gnade, wird in Rom und zahlreichen Diözesen der Welt gefeiert.

Samstag der Woche nach Fronleichnam (kath., Gedenktag), Unbeflecktes Herz Mariä, wird am Tag nach dem Hochfest "Heiligstes Herz Jesu", begangen. Seine Wurzeln liegen im Herz-Jesus-Fest. Im 19. Jahrhundert wurde der Tag zur Verehrung "Unserer Lieben Frau vom Herzen Jesu" begründet von Jules Chevalier (* 15.3. 1824 in Richelieu, Indre-et-Loire, + 21.10 1907 in Issoudun, 1854 Gründer des Ordens der "Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu von Issoudun", "Missionnaires du Sacré-Coeur de Jésus"; “MSC”). Seit 1950 ist er regulärer Gedenktag

31. Mai (kath., im deutschen Sprachraum am 2. Juli, evang. am 2. Juli), Vistatio, Mariä Heimsuchung, gedacht wird der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth.

5. Juli (kath.), Lätizia, Fest der sieben Freuden Marias (Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Jesu, Anbetung der Weisen, die Wiederauffindung Jesu im Tempel (Lk 2, 41 - 52), die Auferstehung Jesu, und die Aufnahme Mariens in den Himmel), wurde schon im Mittelalter gefeiert, 1906 von Papst Pius X. offiziell eingeführt.

16. Juli (kath.), Carmen, Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel, seit 1386 in englischen Karmeliterklöstern als ordensinternes Fest am 17. Juli bezeugt, 1595 wurde es von der vatikanischen Ritenkongregation auch außerhalb des Ordens ermöglicht, 1726 von Papst Benedikt XIII. allgemein eingeführt.

5. August (kath.), Maria Schnee, Jahrestag der Neueinweihung der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom am 5. August 432. Die Kirche soll der Legende nach aufgrund eines Schneewunders erbaut worden sein

15. August (kath., orth.), Assunta (assumptio = Himmelfahrt), Mariä Himmelfahrt, der wohl wichtigste Marien-Feiertag, im 6. Jahrhundert zunächst als Fest der "Dormition", der "Entschlafung" Mariens begangen und Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen Kaiser Mauritius auf den 15. August gelegt, im 7. Jahrhundert feierte man das Fest "Aufnahme Mariens" in Gallien, es entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, zunächst in Rom am 15. August gefeiert, 813 wurde das Marienfest auch in Deutschland eingeführt. Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma "von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel". In der Ostkirche wird das Fest Maria Himmelfahrt bis heute als Tag der Entschlafung bezeichnet und Maria als die "Panagia", die "Allerheiligste", bezeichnet.
An Mariä Himmelfahrt beginnen in der katholischen Kirche die "Frauendreißiger" - 30 Tage, in denen allerorten Marienprozessionen abgehalten wurden. In diesen Zeitraum fällt auch der Gedenktag Mariä Geburt am 8. September. Er wird mit Mariä Namen am 12. September abgeschlossen. In dieser Zeit besonderer Marienverehrung wird allen Pflanzen, die gerade blühen, große Heilkraft zugeschrieben.

22. August (kath.), Regina, Maria, Königin des Himmels, wurde 1845 in Ancona in Italien "zu Ehren der Königin aller Heiligen" gefeiert, ab 1870 auch in Spanien und in einigen Diözesen Lateinamerikas. 1954 führte Papst Pius XII. den Gedenktag allgemein ein. 1969 verlegte der römische Generalkalender das Fest auf den 22. August., den Oktavtag von Mariä Himmelfahrt.

8. September (kath., orth.), Mariä Geburt, entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche für die heilige Anna am See Bethesda. Dieser Ort galt als Wohnort von Anna und Joachim und somit als Heimat von Maria. Das Fest wurde dann seit dem 6. Jahrhundert in der Ostkirche gefeiert, um 700 durch Papst Sergius I. in Rom eingeführt und breitete sich im 10./11. Jahrhundert in der ganzen katholischen Kirche aus.

12. September (kath.), Mariä Namen, hat seinen Hintergrund im 5. Jahrhundert mit dem Bau und der Weihe der Kirche der Anna am vermeintlichen Geburtsort ihrer Tochter Maria. Seit dem 7. Jahrhundert war das Fest in Rom bekannt. Nach dem Sieg über die Türken bei Wien am 12. September 1683 wurde der Tag durch Papst Innozenz XI. als Fest für die ganze Kirche eingeführt. In Österreich wird dieses Fest noch begangen, in anderen Ländern hat es nur mehr als Gedenktag Gültigkeit, im römischen Generalkalender findet sich der Tag nicht mehr.

15. September (kath.), Dolores (lat. die Schmerzensreiche). das Fest zum Gedächtnis der "Sieben Schmerzen Mariens" (die Weissagung Simeons, die Flucht nach Ägypten, die Suche nach dem zwölfjährigen Jesus, der Kreuzweg, der Tod Jesu am Kreuz, der tote Jesus wird in den Schoß der Mutter gelegt, das Begräbnis Jesu) war in Köln schon 1423 bekannt, vom 15. Jahrhundert an stellte die Kunst die volkstümliche "Mater dolorosa" mit den Schwertern in der Brust dar. Von Papst Pius VII. wurde das Fest 1814 zum Dank für seine geglückte Heimkehr aus der fünfjähigen, durch die Franzosen verhängten, Gefangenschaft allgemein verfügt.

24. September (kath.), Mercedes, Barmherzige Maria, auch Maria vom Loskauf der Gefangenen, wurde zuerst im Orden der Merzedarer gefeiert, dann von Papst Innozenz XII. Ende des 17. Jahrhunderts allgemein eingeführt. Das Fest nennt sich auch "Maria vom Loskauf der Gefangenen", denn der Orden der Mercedarier sammelte Geld, um damit gefangene und versklavte Christen aus der Hand der Sarazenen freizukaufen.

7. Oktober (kath.), Rosa, Rosenkranzfest, mit dem Rosenkranzgebet im Mittelpunkt. Das Rosenkranzgebet entstand nach 1450. Die Rosenkranz-Verehrung kommt auf, als 1475 die Dominikaner in Köln Maria zur Königin des Rosenkranzes erklärten, da Maria Dominikus die Gebete des Rosenkranzes gelehrt und ihm den Rosenkranz überreicht habe. Starke Verbreitung in der katholischen Kirche fand dieses Gebet nach dem Sieg der christlichen Flotte über die Türken bei Lepanto am 7. Oktober 1571, der dem von Papst Pius V. zur Hilfe angeregtem Rosenkranzgebet der Christenheit zugeschrieben wurde. Sein Nachfolger Papst Gregor XIII. legte den Tag des Sieges als das Rosenkranzfest fest.

10. Oktober (kath., nichtkanonisches Fest), Mutterschaft Marien, 1931 von Papst Pius XI. anläßlich des 1.500-jährigen Jubiläums des Konzils von Ephesus eingeführt (damals wurde der Titel "Gottesmutter" für Maria erstmals verbindlich festgeschrieben).

12. Oktober (kath., nichtkanonische Fest), Pilár (= Säule), Unsere Liebe Frau von der Säule, es wird in Saragossa gefeiert und gilt seit 1872 für die gesamte Kirche.

 21. November (kath., orth.), Mariä Tempelgang oder Mariä Opferung, der "Gedenktag Unserer Lieben Frauen in Jerusalem" erinnert an die Geschichte, wonach der Überlieferung gemäß Maria im Alter von drei Jahren von ihren Eltern in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, wo sie unter Tempeljungfrauen erzogen werden sollte. Der Tag war ursprünglich der Gedenktag der am 21. November 543 in Jerusalem erfolgten Weihe der Kirche "Sancta Maria Nova", die in der Nähe des jüdischen Tempels erbaut wurde. Im 8. Jahrhundert wurde der Tag in Konstantinopel bereits als Mariengedenktag begangen, seit dem 11. Jahrhundert war er im Abendland bekannt, 1472 wurde er von Papst Sixtus IV. allgemein festgelegt.

8. Dezember, (kath., orth. am 9. Dezember), Concepcion, Unbefleckte Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria, wird neun Monate vor Mariä Geburt gefeiert und bezeichnet, dass Maria ohne Erbsünde ist. Der Osten feierte das Fest an manchen Orten schon seit dem 10. bis 12. Jahrhundert als "Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter durch Anna", im Westen führte es Anselm von Canterbury um 1100 für seine Diözese ein, 1477 führte Papst Sixtus IV. das Fest in Rom ein, seitdem wird es am 8. Dezember mit Messe und Hochamt zelebriert. Unter Clemens XI. weitete sich das Fest als "Mariä Empfängnis" 1708 auf die gesamte katholische Kirche aus. 1854 verkündete Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis, das jedoch sowohl in der protestantischen wie in der orthodoxen Kirche auf Ablehnung stieß.

18. Dezember (kath.), Mariä Erwartung, eine Woche vor Weihnachten.

Atrtribute: Kind Jesu, Einhorn als Sinnbild für Christus und für die Keuschheit, auch im Zusammenhang mit der mystischen
Einhornjagd des Erzengels Gabriel und des Hortus Conclusus