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Einhorn. Moderne Bibeln
übersetzen hier mit bubalus (Büffel) ins Lateinische bzw. mit Auerochs, Wildstier oder Büffel ins Deutsche.
War das Re’em der Bibel tatsächlich nur Fiktion? Dem Re’em liegt die semitische qitl-Bildung *ri’m zugrunde. Dies geht aus der gelegentlichen akk. Schreibung ri’-mu und arabisch
ri’mum hervor. Seit M. Hilzheimer wird akk. rimu(m) (assyr. remu) als Wildstier,
Auerochs (Bos primigenius) identifiziert. Dieser Urahn unseres Hausrinds war Jagdtier insbesondere der neuassyrischen Könige. Auch für das hebräische Re’em ergeben die exegetischen Befunde nach E. König die Bedeutung “Wildstier” als die wahrscheinlichste. Die dem Arabischen
folgende Deutung “weiße Antilope”, diese ist zwar ebenfalls Jagdgut von Königen, eignet sich nicht für die Paradoxie von Ijob 39, 9 - 12 und nicht als Vertreter einer gegenmenschichen Welt in Jes 34,7
und Ps 22,22. Das Hebräische kennt für Antilopenarten zudem eigene Termini. Re’em als Bezeichnung für Büffel und Wisent ist unwahrscheinlich. Sie dürften im 1. Jahrtausend v. Chr. aus Syrien bereits zu lange verschwunden gewesen sein, um noch in Erinnerung zu sein.
Ich habe einige
weitere Bibelstellen aufgenommen, die einen Bezug zum Einhorn haben. So ergaben sich aus der Vision des Daniel (Dan. 8, 5), in welcher der einhörnige Ziegenbock für Alexander d. Gr. steht, allein aus dem biblischen
Text entwickelte Einhorn-Darstellungen, die nicht der Einheit von Physiologus- und Bibelallegorese entstammen. DIe “Hörner des Unheils” in Daniels Vision stehen im Gegensatz zum “Horn des
Heils”, Lukas 1, 69. Der siebenköpfige Drache der Offenbarung, als Sinnbild des Teufels, muß mit nur zehn Hörnern vier einhörnige Köpfe haben.
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