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Ch’i-lin, das Glück und Frieden bringende chinesische Einhorn, das mit seinem
kurzen, ungefährlichen Horn niemanden verletzen kann. Das Ch’i-lin mit dem Körper eines Hirschen, dem Schwanz eines Rindes, den Schuppen eines Fisches, gespaltenen Zehen
oder je fünf Zehen an einem Fuß und seinem mit Fell bekleidetem Horn (manchmal auch zwei oder deren drei), gehört mit dem Drachen, dem Phönix und der Schildkröte zu den vier Wundertieren (szu-ling) bzw. neben der
Essenz der Federtiere, dem Phönix, der Essenz der Schalentiere, der Schildkröte, der Essenz der Schuppentiere, dem Drachen, und der Essenz der nackten Tiere, dem Menschen, als Essenz der Haartiere zu den fünf
Tierarten. Von alters her ist es ein Sinnbild des Kindersegens. Die populäre Darstellung zeigt einen Jungen mit Lotus (lien) und Mundorgel (sheng) und der Aufschrift “Das Ch’i-lin bringt Söhne”.
Die Darstellung bedeutet durch die Mehrdeutigkeit der Aussprache: “Das Ch’i-lin möge Söhne schenken, die ununterbrochen (lien) von Stufe zu Stufe aufsteigen (sheng). Ganz allgemein bedeutet die
Darstellung eines Ch’i-lin einen Segenswunsch. Nach einer alten Fabel tritt das Ch’i-lin auf kein Lebewesen, nicht einmal auf wachsendes Gras. Dies trug dazu bei, daß es auch Güte symbolisiert. Das
Ch’i-lin erscheint, wenn eine gute Regierung herrscht oder wenn es im Land einen Heiligen gibt.Tritt es auf, wenn dem nicht so ist, dann bedeutet es Unheil (aus einer der Geschichten der Chiayü -
‘Schulgespräche’ des Konfuzius - in welcher der Meister in Tränen über einen merkwürdigen Hirsch mit gebrochenem Vorderbein ausbrach). Auf den Röcken vornehmer Frauen wurde früher öfters ein
Ch’i-lin dargestellt, dem die anderen Wundertiere als ihrem Führer huldigten. Unter dem Begriff “Ch’i-lin-Horn” versteht man in China auch eine der 30 Positionen beim Beischlaf.
Hsieh-chai, das Einhorn, das zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und ein langes, spitzes Horn besitzt. Es half dem legendären Kaiser Shun bei der Rechtsprechung.
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