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Das Einhorn ein Fisch? Romanshorn und sein mocmoc
Es war
einmal...
Roman, ein Waisenknabe, lebte in einem Dorf am Bodensee und wollte unbedingt ein ein Fischer werden. Als er wieder einmal auf den See hinaus fuhr, fing er mit seinem Netz ein seltsames Tier, halb
Einhorn, halb Fisch und so groß wie ein junges Kalb. Es bettelte: “Bitte befreie mich. Ich werde Dich dafür belohnen.” Roman hatte Mitleid und ließ es frei.
Als er einige Tage später wieder auf
dem See war, hörte er plötzlich etwas rufen: “Mogmock, mogmock.” Es war wieder dieses merkwürdige Wesen. Es rief Roman zu: “Komm doch, ich zeige Dir, wo Du viele Fische fangen kannst.” Er
folgte der seltsamen Kreatur und fing soviele Fische wie noch nie. Sie trafen sich immer wieder und Mogmock, wie es von Roman genannt wurde, erzählte ihm vieles über den See, von Überschwemmungen, Wasserhosen und
Kometen, über Fische, Vögel und das Blühen des Sees, und sie wurden gute Freunde. Sogar den Znüni teilten sie sich, denn Mogmock aß sehr gerne Äpfel.
Eines Tages, als die beiden bei Morgengrauen wieder auf
dem See waren, lag über dem Hafen des Dorfes ein hellroter Schein. Feuer! Aber wie konnte man die Einwohner warnen? Mogmock rief: “Brich mein Horn ab und gib Alarm! Aber dann muß ich für 1000 Jahre im See
verschwinden, bis mein Horn nachgewachsen ist.” Dort das Feuer, hier der Verlust seines Freundes. Schweren Herzens brach er seinem Freund das Horn ab und blies aus Leibeskräften hinein. Im Dorf hörten Sie sein
Signal, entdeckten den Brand und konnten ihn rechtzeitig löschen.
Aus Roman wurde ein tüchtiger Fischer, aber Mogmock wurde seither nicht mehr gesehen. In Erinnerung an das denkwürdige Ereignis erhielt das
Dorf den Namen Romanshorn.
Im Winter 2000/2001 fand der Historiker Armin Eberle im Gemeindearchiv Romanshorn einen Umschlag mit zwei bekannten Thurgauer Sagen - und die
Geschichte vom Mogmock. Sie waren mit Schreibmaschine vermutlich gegen 1930 geschrieben worden. Der Hinweis auf Überschwemmungen, Wasserhosen und Kometen läßt den Historiker Peter Müller in seinem Gutachten
vermuten, daß die Geschichte gegen 1870 entstanden ist. Ob sie frei erfunden wurde oder auf einer älteren, inzwischen verloren gegangenen Überlieferung beruht, ist nicht geklärt. Das Mogmock-Thema wird von Gilgi
Guggenheim und Marius Tschirky zu einer reizvollen Kindergeschichte ausgebaut. Hier ist der stotternde Roman in Bebeth verliebt und die Rettung seines Dorfes vom Feuer führt zum Happyend.
Am 20. September
2003 wurde vor dem Bahnhof Romanshorn das Mocmoc-Standbild anläßlich des 1. Mocmoc-Kinderfestes enthüllt.
Dann werden in Romanshorn Zweifel am “Fund” der Mogmock-Legende immer lauter. Ein
immer größer werdender Teil der Einwohner fordern die Entfernung des Mocmoc-Standbildes. Kritisch wird es für Mocmoc, als bekannt wird, daß seine Baugenehmigung fehlt. Dies wird zwar nachgeholt, aber es wird die
Verlegung an einen anderen Ort gefordert.
Erst am 17.Mai 2004 wird in einer Abstimmung entschieden, Mocmoc bleibt auf dem Bahnhofplatz stehen (Mocmoc siegt kanpp mit 53,5% JA- zu 46,5%
NEIN-Stimmen).
Aus der erhofften alten Sage ist nun eine moderne Legende des Medienzeitalters geworden. Vielleicht haben COM&COM mit ihrer künstlerischen Gestaltung des Bahnhofplatzes die Romanshorner
etwas an der Nase herumgeführt. Entstanden ist daraus aber ein freundlicher, netter, lustiger und sympatischer Mocmoc, der das Zeug dazu hätte, das Romanshorner Stadtmarketing anzuführen.
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