Mein Einhorn

Mein Einhorn

Einhorn, Traumhorn, Wunderhorn
urzeitliche Kraft und Magie.
Du bist hier, ich spüre Dich.
Unglaublich.

Ich liebte Dich schon immer,
suchte Dich schon immer.
Ich las alles über Dich,
was ich finden konnte,
sammelte alles,
was mir in die Finger kam.
Auch heute noch - und morgen und übermorgen.

Ich sah Dich weiß, strahlend,
mit goldener Mähne
und goldenem Schweif
und goldenen Hufen.
Sah Dich mit silbernem Haar
und mit silbernen Hufen.
Sah Dich weiß und regenbogenfarben schimmernd
und schwarz, feurig, wild.

Aber Dich, Dich sah ich nicht.
Es nagte an mir.

Ich, die ich Einhörner liebe,
ich fand Dich nicht.
Und dann,
plötzlich und unerwartet,
sehe ich Dich!

Nicht schwarz und nicht weiß,
nicht golden und nicht silbern,
nicht regenbogenfarben.

Du bist das alles,
Du bist das Eine und Du bist Alle,

Und Deine Augen!
Ja, die kenne ich.
Dunkel und unergründlich.
Keine Iris, keine Pupillen.
Klare, ovale Seen,
in denen sich die Unendlichkeit spiegelt.
Was war, was ist, was sein wird.

Ich liebe diese Augen
so vertraut.
Sie haben mich begleitet
durch Gut und Böse
und ich weiß,
daß sie immer da sein werden,
daß Du immer da sein wirst.

Mit dieser Gewißheit im Herzen
werde ich jetzt zu Bett gehen.
Ich freue mich so.
Unendlich.

Mein Einhorn, mein Traumhorn, mein Wunderhorn.


Gabriele Fleischhacker
7.7.1999