Majestätisch

Majestätisch

Ich habe mir doch tatsächlich Zeit genommen
um zu bummeln,
einfach im Sonnenschein
umher zu schlendern,
zu schauen, was es Schönes gibt.

Ich laufe schon einige Zeit,
aber aufregende Entdeckungen
habe ich noch nicht gemacht.
Nur die Ruhe,
so etwas kann man nicht erzwingen.

Und wenn ich
wirklich nichts finde,
dann habe ich wenigstens
ein paar ruhige Stunden
an der frischen Luft verbracht.

Dann bleibt mein Blick hängen,
saugt sich fest.
Ungläubig, staunend,
noch nicht glaubend,
starre ich in das Schaufenster.

Ich trete ganz nah
an die Scheibe heran.
Ja, da steht es wirklich.
Es ist einfach wunderschön
und so majestätisch.

Über seinen schneeweißen Rücken
fällt ein kobaltblauer Mantel
und auf dem goldenen breiten Saum
glitzern Kristalle
wie weiße Schneeflocken.

Für einen kurzen Moment,
einen seligen Augenblick lang,
bin ich eine Prinzessin,
die auf den Rücken
ihres Einhorns steigt.

Und es trägt mich, egal wohin.
Ich bin glücklich,
geniese die Kraft und die Ruhe,
die uns beide erfüllt,
atme tief die würzige Luft ein.

Magie ist in uns
und um uns herum.
Es prickelt wie Champagner
und ich strahle.
Alles ist perfekt.

Lächelnd betrete ich den Laden,
hoffe, dass mein Einhorn
unseren finanziellen Rahmen
nicht sprengt.
Gleich werde ich es wissen.

Und wenn es wirklich zu .....
Ich wage nicht daran zu denken.
Dann kann ich nur hoffen,
dass ich wenigstens
einen Prospekt bekomme.

Denn ich möchte dann zumindest
ein Bild von dem Einhorn haben,
das mein Herz verzaubert hat.
Von meinem wundervollen,
majestätischen Einhorn.


Gabriele Fleischhacker
FFB, den 21.1.2008, 10.45 Uhr