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Wogendes Gras, wiegende Halme, so weit das Auge reicht - eine Symphonie in Grün.
Ich laufe barfuß durch dieses Wunder auf die Bäume zu. Bäume?
Ja, da beginnt ein Wald. Majestätische Riesen, die bis in den Himmel wachsen, das Blau da oben verbergen.
Mächtige Wurzeln, über die ich klettere. Ich komme mir vor wie ein Zwerg.
Manchmal falle ich ins weiche, dicke Moos. Ich bin endlich zuhause. Das weiß ich ganz genau.
Ich freue mich, tanze um die Wurzeln herum, manchmal unten durch, wenn sie einen Bogen bilden.
Es ist still hier unten. Ich kann die Erde atmen hören. Plötzlich wird der Rhythmus unterbrochen.
Was ist los? Ich sehe einen Schimmer, gehe darauf zu. Und da steht es.
Mein Einhorn. Sanft schimmert das Weiß, glänzen die Mähne und der Schweif, blicken die unendlichen Augen.
Es ist hier und doch nicht von dieser Welt. Aber es ist da.
Das Unwirklichste ist vielleicht sein Horn, das wie gedrehtes Glas nach oben weist.
Einsprengsel wie kleine Sterne blinken darin und auch in den Augen, in denen ich versinke.
Die grüne Welt verschwindet und ich finde mich wieder in der Weite des Universums und lausche verzückt dem Klang der Sterne.
Gabriele Fleischhacker 7.12.2001
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