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Rautavaara, Einojuhani True &
False Unicorn Finnish Radio Chamber Choir / Finnish Radio Chamber Orchestra Leitung: Timo Nuoranne Jaako Kortekangas, Bariton Säde Rissanen, Alt Petteri Salomaa, Bariton ODE 1020-2 Ondine
Inc.
True & False Unicorn ist nach einer Fassung aus dem Jahre 1971 die zweite Vertonung des Gedichts von James Broughton durch Rautavaara aus dem Jahre 2000, diesmal für Orchester.
True
& False Unicorn ist laut Broughton ein “aus Stimmen gewebter Gobelin”. Den darauf abgebildeten Personen und mythischen Tieren wird abwechselnd die Gabe des Sprechens verliehen, worauf ein jeder und
ein jedes kundtun, was sie vom Einhorn, der Personifizierung des Künstlers, halten. Mal beschreiben der Chor und die Sprechstimmen ihn als Halbgott, mal als liederlichen Halunken. True & False Unicorn entstand
als postmodernes Werk noch bevor die Ära des postmodernen Projekts in der Musik rund zehn Jahre später anbrach. Im Vordergrund steht oft die Ironie, stehen die Parodie und das Paradoxe. Aber auch ein gewisses Faible
für die Menschen, für unsere Welt und ihre Vitalität.
Im ersten Teil, Before the Arras, “beschäftigt sich das Einhorn mit dem Charakter der Treibjagd”. Zuerst spricht der Löwe, im britischen
Wappen wie in den Sternbildern Weggefährte des Einhorns. er preist die Legende vom Einhorn, seine Göttlichkeit und Kraft. Dann äußert sich Sigmund von Wien in Freuds psychoanalytischer Sprache. Für ihn ist das
Einhorn ein “phantastisches Objekt unserer Begierde”. Bis schließlich das Einhorn selbst den Abschnitt mit der Sinnfrage beendet: “Ich bin das Einhorn, ja, aber wer bin ich?”
Im
zweiten Teil, Horn and Hounds, bedrängen Stimmen das Einhorn. Der junge Schütze, auch er ein Sternbild, erzählt vom dämmrigen Land des Einhorns, wo junge Hengste im Nebel eines Waldes spielen. Die Jungfrau erwartet
das Einhorn, erfüllt “vom unschuldigen Wunsch sich zu ängstigen”, und träumt, das es seinen Kopf in ihrem Schoß legt. Die Kaiserin von Byzanz erteilt den brutalen Befehl, dieses maskuline
“Füll-Horn” einzufangen, worauf Königin Victoria das “böse Pony” mit der Kraft der Nationalhymne in den trauten Schoß der Victorianischen Epoche lockt. Ein würdiger Bürgermeister schüttet den
den Ärger der braven Bürger über diesen Ruhestörer aus. Zum Schluß singt der Große Schwarze Sambo ein Negro Spiritual und verspricht, den himmlischen Stall des Einhorns bis ans Ende seines Lebens
auszumisten.
Im Orchestervorspiel von Snare and Delusion herrscht “im Herz der Wildnis durchdringende Stille”. Das verwundete Einhorn beklagt seine Einsamkeit: “In wessen Phantasie bin ich
ein Gefangener? In wessen Tier stecke ich, wirklich oder unwirklich?”
Der letzte Teil, Mon Seul Désir, beginnt mit einem Vorspiel, in welchem “das Einhorn im Tempel auf der Lichtung
eintrifft”. Dort meditiert Sigmund von Wien über die labyrinthische Vorstellungskraft, in der “vollkommene Reinheit” nur als “überirdisches Mysterium” denkbar ist. Doch der Löwe
ermutigt seinen Begleiter: “Du wirst die Jagdhunde in die Irre führen und besiegen”, worauf das Einhorn Kraft und Vitalität des Löwen mit einer Hymne preist. In einer furiosen Sprechchorszene erblickt
der Verrückte Tom die Sonne und den Mond, ein ungestümes Liebespaar des Lichts. Nach all dieser Leidenschaft singt die Jungfrau ein Wiegenlied, das einer zärtlichen Liebkosung gleicht. Zu guter Letzt singt das
Einhorn für sich selbst, eingeholt von einer gleißenden Erscheinung: das Ego-Universum des Künstlers erhebt sich in die Transzendenz.
Canciòn de nuestro tiempo ist eine Vertonung von Gedichten Frederico
Garcia Lorcas.
Halavan himmeän alla ist ein Chorzyklus aus einigen Gesängen der Oper Aleksis Kivi von Rautavaara zu Gedichten des finnischen Schriftstellers Aleksis Kivi.
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