Wahnsinn

Wahnsinn

Es waren so schöne Tage voller Arbeit.
Es gab immer etwas zu tun.
Und kaum sitze ich da und habe Zeit,
kommt wieder die alte Unruhe,
die alte Angst hervor.

Ich bekomme keine Luft mehr,
mein Herz pocht wie verrückt,
mein Magen tut mir weh
und meine Hände zittern.
Was werde ich hören, wenn ich anrufe?

Unverändert? Wieder warten?
Wie hält er das nur aus?
Nur daliegen mit der Nadel im Arm
und nichts tun können.
Das ist der Wahnsinn!

So stelle ich mir die Vorhölle vor:
Warten, warten, warten....
auf das Urteil, die Prognose:
hat man es geschafft
oder tut sich doch noch der Abgrund auf?

Es ist wie ein Sog,
dieser lauernde Schmerz,
diese Schwärze,
die dich verschlingen will,
dich fressen will mit Haut und Haaren.

Draußen scheint die Sonne
und es kommt mir absurd vor.
Total absurd.
Aber das ist die Welt dort draußen,
die weiß nichts von uns.

Das ist unsere private kleine Hölle,
unser privater großer Schmerz.


Gabriele Fleischhacker
16.9.2002