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Sie und ich – wir?
Wie
sie die Tür öffnet: die selbe Angst, der selbe Schmerz.
Und dann setzt sie sich: die selbe Stärke, der selbe Mut.
Aber sie ist auch, nicht wie ich. Dieser samtene Teint, dieses
perfekte Make-up. Chanelkostüm, Chanelkette, Chaneltasche und die Schuhe selbstverständlich in den selbem Taubenblau wie das Kostüm.
So ‚ne Lady werd‘ ich nie. Ich bewundere
sie.
Aber je länger ich schaue, desto mehr bekomme ich den Eindruck, dass ihr etwas Entscheidendes fehlt.
Zum „zu Tode betrübt“ beim Einsteigen gehört nicht „ich bin ‚ne
Lady“, sondern „himmelhochjauchzend“.
Ja, das fehlt ihr. Mir nicht.
Wenn der Wind mit den Blättern singt, dann singt er nicht: „...und all‘ die Zweige rauschten, als
riefen sie mir zu: komm‘ her zu mir Geselle, hier findest du deine Ruh...“. Nein, er singt: „...Brüderchen, ach tanz‘ mit mir, beide Hände reich‘ ich Dir, einmal hin, einmal
her, rundherum das ist nicht schwer.“
Wo immer Du jetzt auch bist: Ich wünsche Dir alles Gute, Schwester!
Gabriele Fleischhacker 16.10.2003
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