Sehen IV.

Sehen

Noch ‘ne Möglichkeit:

Es ist dunkel
und ich gehe barfuß
durch enge Gassen.
Das Kopfsteinpflaster ist naß.

Ich friere
und so laufe ich,
damit mir warm wird.
Ich laufe und laufe.

Warum laufen,
wenn fliegen schöner ist?
Was bin ich doch dumm!
Ich breite die Arme aus und fliege.

Höher und immer höher,
hinauf zu den Wolken.
Endlich bin ich oben,
ruhe mich auf einer Wolkenbank aus.

Eine Fee nähert sich mir:
“Wie bist Du heraufgekommen,
Du hast doch keine Flügel?”
Die ihren zittern vor Aufregung.

Ich wedle mit den Armen und lache:
“Meine sind zwar nicht so schön,
aber sie haben mich heraufgebracht
und das reicht doch, oder?”

Verdutzt schaut sie mich an,
lacht nun ebenfalls.
“Komm’ mit!” ruft sie
und schwebt davon.

Ich ihr nach.
Wir fliegen über Wiesen,
über Bäche, über Bäume
und erreichen den Palast.

Ich weiß nicht mehr,
wie er aussah,
wen ich traf,
was geschah.

Aber ein leichtes, luftiges Gefühl
war noch in mir, durchpulste mich
als ich aufwachte. Ich lache:
“Guten Morgen, Wolkenfee!”

Gabriele Fleischhacker
7.12.2001

Mann, bin ich fix und alle, ausgelaugt. Erst gestern sagte ich zu mir: Was ist los, du hast ja gar keine Gedichte mehr geschrieben! - Und schrieb gleich drei. Und heute nochmal drei! (Eines siehe bei den Einhorngedichten). Wahnsinn! Toll! Aber jetzt muß ich ins Bett. Es ist schon 22:45 Uhr.