|
Schmerz
Himmelblau, ja der Himmel ist himmelblau, zart und duftig und voller Glanz.
Lose Wolkenbündel zeichnen weiße Streifen darauf, wie mit einem Pinsel gezogen.
Diese
Wolkenbündel aber, die werden immer mehr, werden größer und größer.
Sie schließen dieses Himmelblau aus, bis nur noch eine graue Wand am Himmel steht, undurchdringlich.
In meinem
Herzen wird es dunkler und dunkler, bis auch der letzte helle Fleck verschwindet.
Flammende Blitze voller Schmerz und Trauer durchzucken mich.
Jetzt habe ich eh so schlecht geträumt von
kleinen bösartigen Tieren, die sich in Pflanzen versteckten.
Und als ich sie verjagen wollte, hieben sie mit ihren spitzen Schnäbeln auf mich ein und ihre Augen verhöhnten mich.
Ich konnte mir
nicht helfen, geriet in Panik, warf ein Tuch über sie.
Sie aber zappelten wild. Das Tuch schien zu leben, böse zu leben.
Als es sich hob, erwachte ich vor Entsetzen, Gott sei
Dank.
Mein erster Gedanke: Mensch, bist du blöd. Brauchst doch nur das Fenster aufmachen.
Dann erwachte ich wirklich und dachte wieder: Mensch, bist du blöd.
Du kannst doch das
Fenster nicht aufmachen, wenn da Blumentöpfe davor stehen. Die werden doch kaputt.
Also gibt es keine Lösung? Wenn doch nur der Schmerz nicht so groß wäre. Ganz taub bin ich schon.
Ich
schaue auf die graue Wand vor mir und plötzlich scheint die Sonne wieder. Es wird hell, wenigstens vor mir.
Wenigstens vor mir.
Gabriele Fleischhacker 5.9.2002
|