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Dunkelheit und Schwärze und Licht
Dunkelheit,
Schwärze. Angst und doch Geborgenheit. Man sieht mich nicht und das ist gut. Mein Herz pocht so laut daß ich Angst habe, es verrät
mich.
Ganz fest presse ich meine Fäuste auf diesen Verräter bis mir schwarz vor Augen wird. Irgendwie lustig: Schwarz vor Augen
in dieser Schwärze.
Nun sirrt es in meinem Kopf und ich muß die Fäuste runter nehmen, verliere meine Deckung. Aber es geht nicht anders,
sonst werde ich bewußtlos und somit vollkommen hilflos.
Das darf auf keinen Fall - geschehen. Auf keinen Fall. Lieber leiden. Ganz still
– mit zerspringendem Herz – wo sind all‘ diese Splitter hin?
Dann kommt das Licht. Ich hasse das Licht. Nackt und bloß stehe ich
da wenn ich nicht die Kraft aufbringe, ein alltägliches Gesicht zu machen, so als ob nichts wäre, so als ob alles in Ordnung ist.
Das kann ich
doch. Hab‘ es immer gekonnt. Und es gibt ja auch nichts, nicht wahr? Es gibt nichts. Nichts zu befürchten. Nichts.
Ich gehe
ins Licht und tausend Splitter meines Ich fliegen von mir fort. Tausend Splitter. So gehe ich auf den Scherben meines Seins.
Werde ich je wieder ganz sein? All‘ meine Splitter und Scherben finden und zusammenfügen können zu einem großen Ganzen? Eine Einheit sein? Werde
ich all‘ die Zacken und Kanten glätten können?
Damit ich mich nicht immer wieder daran schneiden muß? Damit ich mir nicht immer
wieder Wunden zufügen muß um zu beweisen, - ja, was?
Meine Wunschvorstellung: Ein Tiffany-Fenster zu sein, mit unterschiedlich geformten
Teilen, in hellen und dunklen Farben und Schattierungen, mal zart und mal voller Kraft.
Verbunden ist das alles mit Stegen und bildet so
eine wunderbare Einheit in Form und Farbe. Und wenn das Licht Hindurch scheint, da leuchte auch ich.
Ich leuchte dann in aller Liebe und
Freude und erhelle und erwärme alles um mich herum. Ja, so sitze ich da und träume in aller Dunkelheit und Schwärze.
Gabriele
Fleischhacker 13.8.2002
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