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Alles ganz normal
Heute bin ich vielleicht langsam. Alles dauert und die Zeit vergeht! Es ist sieben Uhr und
ich habe noch nicht mal meinen Tee fürs Büro gemacht. Dabei bin ich bin doch gestern Abend so früh ins Bett gegangen. Das kann ja noch was werden!
Draußen ist es kalt, aber angenehm. Die Nachbarin schabt und schabt die Windschutzscheibe frei – schab, schab, knirsch,
schab – und ihre Kinder fegen den Schnee vom Dach und der Motorhaube – wisch, wisch, wisch, wisch.
Wir grüßen uns und diese Geräusche schab, schab, wisch, wisch, begleiten mich noch ein ganzes Stück. Gedanken verloren gehe ich weiter und bleibe plötzlich stehen. Vor mir ein Baum,
der zwitschert! Er zwitschert wirklich!
Erst als ich genauer hinschaue bemerke ich die
Vögel. Winzige Vögel und so viele! Sie sind so klein, dass ich sie nur sehe, wenn sie fliegen – vom Baum aufs nahe gelegene Dach oder auf den Nachbarbaum und zurück.
Ich möchte mich freuen über diese Schar, aber ich habe immer noch dieses schab, schab, wisch, wisch, im Kopf. Betrübt gehe
ich weiter und weiter bis zur kleinen Kreuzung, wo ich prompt angehupt werde, weil es einem wieder mal pressiert.
Vorne an der großen Straße geht es weiter, brumm, brumm, quietsch, quietsch, röhr, röhr und schepper, schepper. Ein LKW brettert über die Kreuzung dass ich meine, er walzt mein
Hirn kaputt. Mann, warum bin ich bloß aufgestanden?
Ziemlich bedeppert erreiche ich das Büro und
schalte nichts ahnend die Computer an. Ich zucke direkt zusammen von diesem Lärm, diesem Summen und Brummen und Sirren. Toll, wirklich ganz toll. Ich will Ruhe, Ruhe, Ruhe! Einfach nur Ruhe.
Wie zum Hohn läutet das Telefon, schrill und laut. Meine Haarwurzeln kräuseln sich, Schmerz explodiert in
meinem Kopf und jede Hirnfaser windet sich. Mein Nacken tut weh und erst meine Augen! Aber ergeben hebe ich den Hörer ab und die Arbeit beginnt.
Gabriele Fleischhacker FFB, den 3.3.2004, 9:19 Uhr
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